Pflegeeltern sind keine Zuschauer – sie sind unverzichtbare Experten aus der Praxis
Wir sind keine Rechtsanwälte und beanspruchen auch nicht, rechtliche Beratung zu leisten.
Wir sind langjährig erfahrene Pflegeeltern und Erziehungsstellen. Wir kennen die Realität des Pflegekinderwesens nicht nur aus Fachliteratur, Akten oder theoretischen Fallkonstellationen, sondern aus dem täglichen Zusammenleben mit Pflegekindern.
Genau diese Perspektive muss gehört werden.
Unsere Stellungnahme wurde bislang leider nicht angemessen berücksichtigt.
Gerade dort, wo über Pflegekinderhilfe, Pflegefamilien und die Weiterentwicklung des Pflegekinderwesens gesprochen wird, sollte die Stimme langjährig erfahrener Pflegeeltern nicht unberücksichtigt bleiben.
Wir wollen dabei keine wissenschaftliche oder rechtliche Expertise ersetzen. Wir wollen sie um etwas ergänzen, das nicht aus Lehrbüchern oder Akten gewonnen werden kann: die Erfahrung aus dem Alltag mit Pflegekindern.
Pflegeeltern erleben unmittelbar, welche Auswirkungen Entscheidungen von Jugendämtern, Fachstellen und anderen Institutionen auf Pflegekinder und Pflegefamilien haben. Sie beobachten Entwicklungen über lange Zeiträume, kennen die individuellen Bedürfnisse ihres Pflegekindes und erleben auch, wenn fachliche Einschätzungen und die Realität des Kindes auseinanderfallen.
Dieses Wissen ist keine bloße persönliche Meinung. Es ist Praxiswissen und damit eine wichtige Ergänzung zu wissenschaftlicher, fachlicher und rechtlicher Expertise.
Unsere Stellungnahme haben wir deshalb bewusst niederschwellig, verständlich und nachvollziehbar formuliert. Wir möchten keine Fachsprache verwenden, die Betroffene ausschließt. Wir möchten Zusammenhänge verständlich machen und einen Informationsfluss ermöglichen, der auch für Pflegeeltern und andere Betroffene zugänglich ist.
Veränderung beginnt mit Zuhören
Wenn Politik und Fachwelt das Pflegekinderwesen weiterentwickeln wollen, müssen sie auch diejenigen einbeziehen, die Pflegekinder tagtäglich begleiten.
Nicht über Pflegefamilien sprechen, ohne Pflegefamilien zuzuhören.
Wir erwarten nicht, dass unsere Perspektive automatisch übernommen wird. Wir erwarten aber, dass sie gehört, geprüft und in den fachlichen Diskurs einbezogen wird.
Denn eine ernsthafte Weiterentwicklung des Pflegekinderwesens braucht unterschiedliche Perspektiven: wissenschaftliche Erkenntnisse, rechtliche Expertise, fachliche Erfahrungen – und die Alltagsexpertise der Pflegeeltern und Erziehungsstellen.
Unsere Stellungnahme steht deshalb für genau das:
Hinhören. Aufklären. Handeln.
